Nachhaltige Energie aus der Tiefe

Auf dem Areal des Verwaltungszentrums Guisanplatz in Bern realisierte Geotherm in zwei Bauetappen 93 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von je 300 Metern. Anspruchsvolle Baugrundverhältnisse, komplexe Leitungsführungen und enge Platzverhältnisse verlangten dem Team einiges ab. Dennoch konnten die Bohr- und Anbindearbeiten termingerecht und zur vollen Zufriedenheit der Bauherrschaft abgeschlossen werden.

Eintrag vom 02.07.2026

Im Auftrag des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) sorgen 93 Erdwärmesonden künftig für das Heizen und Kühlen des neuen Verwaltungsgebäudes. Auf dem Areal des Verwaltungszentrums entstehen rund 4000 Arbeitsplätze für verschiedene Bundesämter. Das Gelände liegt zwischen Wohnquartieren, Fussballstadion, Allmend und Expo-Gelände. In zwei Bauetappen entsteht hier ein offenes und urbanes Quartier, das die umliegenden Stadtteile miteinander verbindet.

Bereits 2016 und 2017 führte Geotherm die ersten Sondenfelder auf dem Areal des Verwaltungszentrums aus. Die Arbeiten wurden erfolgreich abgeschlossen. Deshalb erhielt das Unternehmen auch den Auftrag für die zweite und letzte Bauetappe, die in diesem Jahr realisiert wurde.

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Schritt für Schritt entsteht am Guisanplatz die Energiezentrale im Untergrund. Bohrarbeiten, Anbindung und technische Abstimmung greifen präzise ineinander.

Herausfordernder Baugrund ­

Die Baugrund- und Grundwasserverhältnisse im Berner Breitenrainquartier wurden durch mehrere Gletschervorstösse sowie die Ablagerungen nach den Eiszeiten geprägt. Der vom Gletscher abgeschliffene Fels liegt im Bereich des Verwaltungszentrums Guisanplatz heute in einer Tiefe von rund zehn bis 16 Metern.

Nach dem Rückzug des Gletschers lagerten sich in flachen Vorlandseen mehrere Meter mächtige Schichten aus feinsandigen bis siltigen Rückstausedimenten ab. Später wurden diese feinkörnigen Ablagerungen durch verzweigte Arme der Aare teilweise wieder erodiert und mit gröberem, sandigem bis kiesigem Material überdeckt – den sogenannten Felderschottern. Diese Kiesschicht ist im Bereich des Verwaltungszentrums meist drei bis vier Meter mächtig. An ihrer Basis fliesst das Grundwasser in einer nur wenige Meter starken wasserführenden Schicht. Auch die darunterliegenden Sandschichten sind bis zum kompakten Molassenfels aus Mergel und Sandstein vollständig mit Grundwasser gesättigt.

Zwei Bauetappen mit 93 Sonden

Insgesamt wurden 93 Erdwärmesonden mit einer Tiefe von je 300 Metern erstellt. Sie verteilen sich auf zehn Sondenfelder. Jedes Feld wurde über einen befahrbaren, vorgefertigten Kunststoffverteilerschacht mit dem zentralen Technikraum verbunden.

Die Bohrarbeiten der zweiten Etappe standen unter der Leitung von Didier Schafer. Das Team von Gerhard Bühler führte sie termingerecht und zur vollen Zufriedenheit der Bauherrschaft aus. Für jede Bohrung mussten rund 70 Meter temporäre Schutzverrohrung eingebaut werden. Sie stabilisierte die Bohrlochwand während der gesamten Arbeiten.

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Komplexe Anbindung auf engem Raum

Für die horizontale Anbindung war das Team von Mathieu Buchs verantwortlich. Das Verlegen der Hauptleitungen erforderte hohe Präzision. Bestehende Werkleitungen sowie bestehende und neue Kanalisationen machten wiederholt aufwendige Leitungsquerungen notwendig.

Nach einer erfolgreichen Druckprüfung von mehr als 100 Stunden wurde der gesamte primäre Kreislauf mit 115 Kubikmetern demineralisiertem Wasser befüllt. Damit konnten die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden.

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Erdwärme für das Verwaltungszentrum

Mit dem Ausbau des Verwaltungszentrums setzt das BBL die Anforderungen des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) Hochbau um. Berücksichtigt werden das Gebäude, der Standort und das städtebauliche Umfeld. Ebenso fliessen die langfristige Energieeffizienz und der schonende Umgang mit Ressourcen in die Bewertung ein.

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